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Conny Runge: Zumba®-Trainerin trotz Rollstuhl

by HandicapX

Im Rollstuhl sitzen und zu latein-amerikanischen Rhythmen ausgefeilte Zumba®-Choregraphien zum Besten geben – dass sich dies nicht ausschließt, beweist Conny Runge. Uns beantwortet Deutschlands erste im Rollstuhl sitzende, lizensierte Zumba®-Trainerin einige, spannende Fragen zu Ihrem neuen Hobby:

Wie kamst Du trotz deiner Behinderung dazu, nicht nur Zumba® zu tanzen, sondern eine Lizenz als Zumba®-Trainerin zu machen?

Eine Physiotherapeutin (selbst Zumba®-Trainerin) hat mich während der Reha (Nov 2015) zum Patienten-Zumba®-Kurs eingeladen. Ich liebe Musik und Tanzen, daher war ich dabei. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich andere Rollstuhlfahrer auch dazu bewegen/motivieren möchte. Eine Lizenz musste ich machen, da ich sonst den eingetragenen Markennamen Zumba® nicht nutzen und damit keine Stunden geben darf.

Gab es während Deiner Ausbildung zur Zumba®-Trainerin Hindernisse, Vorurteile oder evtl. Zweifel mit denen du zu kämpfen hattest?

Klar haben mich bei der Ausbildung alle Teilnehmer fragend angeschaut, da Zumba® eigentlich sehr „Fuß-lastig“ ist aber ich wurde von der Trainerin und den Teilnehmern schnell akzeptiert/integriert und nachdem ich erklärt habe, warum ich das mache, waren Alle begeistert.

Was fasziniert und beeindruckt Dich gerade an Zumba®?

Die tollen Rhythmen, die Bewegung und Fitness, die vielen Kreativitätsmöglichkeiten, dass es an vielen Orten ohne Hilfsmittel (außer dem Ghettoblaster ;o) durchführbar und mitreißend ist.

Ist Zumba® Deiner Meinung nach ein Sport, welcher sich gerade für Menschen mit einer Behinderung eignet?

Er eignet sich AUCH für Behinderte.

Für welche Zielgruppen, gerade Menschen mit Behinderung, ist Zumba® Deiner Meinung nach ein geeigneter Sport? Für welche Arten von Behinderung eignet sich dieser evtl. eher nicht?

Das ist schwierig zu beantworten. Ich stecke ja noch in der „Testphase“. Ich habe aber in meiner ersten Gruppe viele unterschiedliche Krankheitsbilder und jeder Teilnehmer setzt es nach seinen Möglichkeiten um. Klar gebe ich Tipps und arbeite meine Choreos danach aus, ein Übungsleiter sollte sich ja auf seine Teilnehmer einstellen können ;o). Danach kann dann jeder selbst für sich entscheiden, ob er wiederkommt.

Wichtig ist, dass man in seinem Rolli sicher ist – davon sollte man bei einer Hilfsmittelausstattung ja ausgehen können ;o).

Gibt es Zielgruppen, die Du speziell mit deinen Kursen ansprechen möchtest?

Ich möchte AUCH Rollis erreichen, die sich in den anderen Rollstuhlsportarten nicht wohlfühlen, ängstlicher sind, sich fit halten wollen/fit werden wollen, mobil(er) werden wollen oder Lust am Bewegen haben.

An wen können sich Menschen trotz Behinderung, nachdem sie Deine Worte hier gelesen haben, wenden, wenn Sie Lust auf Zumba® bekommen haben?

c.runge@vital-berlin.de oder 01520-1930243

Conny, was motiviert Dich jeden Tag aufs Neue und was möchtest Du anderen Betroffenen an dieser Stelle mit auf den Weg geben?

Oha….wieviel Seiten habt ihr Platz?? :o))))))

Es gibt so viele Sprichworte und Lebensweisheiten….

Eines meiner Mottos: Das Schicksal ist der Regisseur unseres Lebens, ob Du eine Statisten- oder Hauptrolle spielst, entscheidest Du selbst!

Ich bin motiviert zu motivieren, zu bewegen, zu begeistern, neue Wege zu gehen (wenn alte Wege zur Sackgasse werden), …

Wie wird es mit Dir als Zumba®-Trainer zukünftig weitergehen?

Ich möchte 2 regelmäßige Kurse in Berlin anbieten (Abteilung Rolli-Zumba® gibt es beim RSC Berlin schon, Pfeffersport e.V. ist mein nächstes Ziel), Zumba®-Schupperkurse (siehe 16.9. Rio-Zumba®-Party) anbieten (um Rolli-Zumba® bekannter zu machen), andere Rollis zur Trainerausbildung motivieren und dabei unterstützen, mit dem DRS darüber sprechen ;o)

Einladung zur Rio-Zumba®-Party am 16.09.2016 um 18:00 Uhr:

rio-rolli-zumba-party

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